Kolumne des Obmanns

KSO Roland Schäfer

Frankenthal, 25.1.2019

Liebe Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter,

 

Im neuen Jahr sind zwar schon wieder einige Wochen vergangen, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, für unseren Kreis ein wenig Rückbesinnung zu halten, bevor die Rückrunde der Saison 2018-2019 startet.

Unser Ehrungsabend am vergangenen Freitag wurde von allen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern prima aufgenommen und ist gewissermaßen schon zur Tradition geworden. Zurecht wurden alle gewürdigt, die sich in den vergangenen Jahren in besonderem Maß in unserer Vereinigung verdient gemacht haben.

Auch an dieser Stelle noch einmal meinen herzlichsten Dank für das Engagement aller.

 

Im Bereich der Leistungsklassen des SWFV ist unsere Vereinigung sehr ordentlich vertreten. Die SR Tom Bauer und Adrian Kokott machen durch gute Leistungen in der AOL ebenso auf sich aufmerksam wie Jens Schmidt in der Verbandsliga. In der Landesliga haben sich Nico Bauer, Lukas Hahl und Katharina Menke und als Neulinge Sebastian Hilsberg und Blendion Gavazi stabilisiert. Katharina Menke ist zudem im Bereich der B-Juniorinnen BL eingesetzt

Diese Entwicklungen gehen immer einher mit einer intensiven Regelarbeit und den Förderungsmaßnahmen, die von Martin Sommer und Jens Schmidt in der Leistungsgruppe durchgeführt werden. Hierzu ist im Februar in Trier wieder ein dreitätiges Projekt geplant, bei dem Präsentationen, Lauf- und Regeltest sowie individuelle Schulungen auf dem Programm stehen. Hierzu haben sich über 30 Teilnehmer angemeldet. Das ist sehr erfreulich.

In die positive Gestaltung unserer Fördermaßnahmen passt auch die Mentoren- und Patentätigkeit vieler älterer Kollegen, die sich uneigennützig zur Verfügung stellen, um Neulingen und jungen Schiedsrichtern Tipps zu geben. Für die Ansetzung und Betreuung der Mentoren ist Jens Schmidt zuständig.

 

 

 

Ein sehr großes Echo hat auch unser vierter Neulingskurs hervorgerufen, den wir in der JVA Frankenthal von Oktober bis Dezember 2018 durchgeführt haben. Zur Übergabe der Zertifikate an die 11 Neulinge waren die BL SR Dingert und Gerach sowie aus dem DFB Präsidium die beiden Vizepräsidenten Zimmermann und Dr. Drewitz anwesend. Zudem rundeten der Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung, Tobias Wrzesinski, unser VLW T.Braun und unser Kreisvorsitzender P.Schakewitsch den Kreis der Gäste ab. Darin sehen wir eine hohe Wertschätzung, die auch in den entsprechenden Presseberichten ihren Ausdruck fand.

 

Intern mehr Kopfzerbrechen müssen wir uns nach wie vor über den eher mäßigen Besuch unsere Lehrabende machen. Im Schnitt besuchten leider nur 70-75 SR regelmäßig unsere Abende. Auch seit unserer Fragebogenaktion im Frühjahr hat sich daran kaum etwas geändert. An unserem Programm kann es nicht liegen. Sowohl unser LW Martin Sommer als auch die Kollegen Schmidt und Kokott, die für den Jugendlehrgang verantwortlich zeichnen, bereiten die Dinge akribisch vor. Hier sollte sich einmal jeder SR selbst Gedanken machen. Regelkenntnis ist der wesentliche Faktor der Schiedsrichtertätigkeit, und leider kommt es immer wieder zu Regelverstößen, weil sich manche SR überhaupt nicht um Änderungen kümmern. Letztlich sind wir gezwungen, SR, die sich überhaupt nicht sehen lassen, auch nicht mehr anzusetzen. Dies wäre aber eher ein Rückschritt!

Die Fragebogenaktion an sich fand bei allen SR regen Zuspruch. Es waren zwar nicht alle Rückmeldungen respektvoll, aber trotzdem konnte der KSA wichtige Schlüsse für seine Tätigkeit ziehen. Veränderungen sind aber letztlich nur dann sinnvoll, wenn sie Fortschritte bringen. Nur „kritisieren“ um des Kritisierens willen, hilft uns nicht weiter.

 

Was sich aus meiner Sicht gegenüber dem letzten Jahr nicht geändert, ja sogar eher verstärkt hat, ist das despektierliche Verhalten von Spielern, Funktionären und Trainern gegenüber unseren Schiedsrichtern. Dies ist aber nicht nur ein Phänomen in unserem Kreis, sondern geht weit darüber hinaus und ist letztlich den Verwerfungen in unserer Gesellschaft zuzuschreiben. Wo in Familien und im häuslichen Zusammenleben bestimmte Werte keine Rolle mehr spielen, dürfen wir nicht erwarten, dass wir als Schiedsrichter auf Fußballplätzen eine pädagogische Umkehr einleiten können. Leider müssen wir mit Anfeindungen und Pöbeleien leben, ob wir das wollen oder nicht. Trotzdem sollten wir stets durch unser Auftreten positive Signale aussenden und alles tun, dass unsere Leistungen zum positiven Gesamtbild eines Fußballspiels beitragen. Die Unterstützung durch alle Gremien des SWFV wäre dabei gewiss sehr hilfreich. Alle sollten daran arbeiten!

Dass ein Ehrungsabend für unsere Schiedsrichter durchgeführt kann, ist das Verdienst unseres Fördervereins, mit unserem Kollegen Dr. Martin Griebe an der Spitze. Unser Förderverein unterstützt in vielfältiger Weise durch finanzielle Zuwendungen und trägt somit zum Gelingen unserer Projekte bei. Vielleicht könnten sich auch diejenigen SR, die bisher noch nicht Mitglied des Fördervereins sind, zu einem Beitritt entschließen. Das wäre sehr schön.  

Projekte, die vom Förderverein unterstützt wurden, waren z.B. unser traditionelles Martin Kuss Gedächtnisturnier und der seit langem wieder einmal durchgeführte Schiedsrichterausflug in Verbindung eines Bundesligaspiels in Hoffenheim. Bei der Organisation hat sich unser Schiedsrichter Harald Haas besonders verdient gemacht.

Für mich persönlich möchte ich anmerken, dass es in verschiedenen Bereichen im Umgang mit Schiedsrichtern in letzter Zeit einige Dinge gegeben hat, die mir nicht gefallen haben. Vieles, leider allzu vieles bedurfte der Klärung in persönlichen Gesprächen. Ich möchte zu bedenken geben, dass ich als verantwortlicher KSO das Ganze im Blick haben muss und nicht nur die Befindlichkeiten einzelner Schiedsrichter. Unser Kerngeschäft ist das Besetzen von Spielen mit qualifizierten Schiedsrichtern und eine qualifizierte Lehrtätigkeit. Zudem ist die Aufgabe der KSA Mitglieder auch ein Ehrenamt, nicht mehr und nicht weniger.

Besonders bedanke ich mich von ganzem Herzen bei allen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern für ihr großartiges Engagement und die Leistungen, die sie in den Amateurklassen und bei den Jugendspielen im letzten Jahr gezeigt haben.

Ohne Videobeweis und ohne all die anderen Hilfsmittel sind es die vielen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in den unteren Klassen, die mit wöchentlichem Einsatz den Fußball aufrechterhalten.

Mein Appell:

Lasst Euch nicht unterkriegen, auch wenn Euch nicht alle Fußballanhänger freundlich gesinnt sind!

Bleibt unserer Sache gewogen und handelt nach diesem Motto, das uns im Jahr 2019 begleiten soll:

 

Würde- und respektvolles Umgehen mit allen am Fußball Beteiligten

Konsequente Auslegung und Umsetzung der Regeln

Sicheres, umsichtiges und kooperatives Auftreten

 

 

Mit lieben Grüßen

Roland Schäfer

Kreisschiedsrichterobmann 


Roland
 
 
 

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